Der Edgerank ist tot, lang lebe der EdgeRank

Facebook verändert sich gerade in den letzten Monaten unglaublich schnell. Wöchentlich werden neue Funktionen veröffentlicht und alte eingestampft. Graph Search, Hashtags, Bildkommentare, Bewertungen, Insights und Anzeigenmanager um nur ein paar Beispiele zu nennen. Jetzt tut sich auch was in Sachen EdgeRank. Der Facenbook Algorithmus, der dafür sorgt, welche Inhalte jeder User in seinem persönlichen Newsfeed angezeigt bekommt und welche nicht, bestand seither aus drei Elementen: Affinität, Gewichtung und Zeit. Allein diese drei Größen reichen aber nicht mehr aus, um den für den Nutzer besten Newsfeed zu gewährleisten. Daher wurden neue Faktoren mit in die Berechnung einbezogen, was den Algorithmus komplizierter macht und undurchschaubarer. Der EdgeRank wie wir ihn kennen ist tot, einen den Newsfeed regelnden Algorithmus wird es aber immer geben.

Die drei bisherigen Faktoren haben nach wie vor Bedeutung, doch kommen jetzt weitere hinzu, die gleiches Gewicht haben. Facebook hat bereits das Story Bumping und Last Actor vorgestellt. Diese und weitere sind jetzt bekannt geworden:

– Story Bumping: Ein Posting ist nur kurze Zeit relevant für den Newsfeed. 2 Stunden nach Veröffentlichung sind die meisten Interaktionen geschehen und nur noch wenige kommen hinzu. Das ändert sich mit Story Bumping. Alte Postings, die nach wie vor Interaktionen hervorrufen, werden weiterhin organisch weit oben im Newsfeed ausgeliefert, damit weitere User die Chance haben, ihn zu sehen und zu interagieren.
Wichtig für Moderatoren: Das ist vor allem für Diskussionen interessant, die noch lange Kommentare hervorrufen können. Also auch durch entsprechende Moderation, Antworten, Fragen stellen an Kommentatoren versuchen die Diskussion fortzuführen.

– Last Actor: Facebook merkt sich die letzten 50 Interaktionen mit Freunden und Seiten. Inhalte dieser Quellen werden dann verstärkt im Newsfeed ausgeliefert.
Wichtig für Moderatoren: Jegliche Arten von Interaktion forcieren, damit zukünftige Inhalte auch wieder angezeigt werden. Neben Likes, Comments und Shares können das auch Klicks auf Bilder sein (um sie zu vergrößern), Klicks auf Links oder in eine App, Aufrufen der Timeline oder auch Klicks auf Anzeigen.

– Zugriffsquelle: Wer mit dem Handy auf Facebook zugreift und nur mit 3G verbunden ist, wird eher Textupdates als Bilder oder gar Videos erhalten. Verlinkt ein Posting auf eine App, die nicht mobilfähig ist, wird das Posting mobil auch weniger ausgeliefert werden.

– Persönliches Interesse: Wer häufig mit Bildbeiträgen interagiert oder wer sich vorwiegend in Diskussionen einmischt, dessen Posting auf einen externen Blogbeitrag verlinkt, erhält häufiger diese Contentarten angezeigt als andere.
Wichtig für Moderatoren: unterschiedliche Postingarten verfassen. Nicht nur Bilder, auch Links, Videos oder Textupdates.

– Manuelles Ausblenden: Wer manuell Postings verbirgt wird in Zukunft weniger Updates der gleichen Art eingeblendet bekommen.
Wichtig für Moderatoren: In den Insights kann man zu jedem Posting sehen, wie viele Nutzer negatives Feedback eingereicht haben. Posting mit viel negativem Feedback zukünftig vermneiden.

– Interessensgleichheit: Berücksichtigt wird auch, was Freunde mit gleichen Interessen auf Facebook konsumiert haben. Entsprechend Beiträge werden bevorzugt im Newsfeed ausgeliefert.

Dies sind nur wenige der vielen neuen Faktoren, die Einfluss nehmen auf das, was im Newsfeed angezeigt wird. Die Komplexität wird vergleichbar mit dem Google Algorithmus. Die Änderungen werden sich im Facebook Marketing bemerkbar machen. Seitenadministratoren müssen sich ab sofort um mehr als nur über drei Faktoren Gedanken machen. Den Ursprungsartikel von marketingland.com findet ihr hier (englisch).


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